Meine Tools & Tests
Diese Tools und Tests sind eini fester Bestandteil meiner Arbeit.
Detektivarbeit: das fehlende Puzzleteil finden
Vieles, was deine Fruchtbarkeit beeinflusst, liegt, wie bei einem Eisberg, unter der Oberfläche. Die Standard Methoden zeigen meist nur die Spitze. Was darunter liegt – dein Zyklus, dein Hormonstoffwechsel, dein Darm und Mikrobiom, stille Entzündungen, deine Entgiftungswege, deine Gene – werden selten in Betracht gezogen. Und genau dort liegen oft die eigentlichen Gründe, warum es bisher nicht geklappt hat…
Die weiterführenden Labortests, die auf dieser Seite aufgeführt sind, nutze ich am häufigsten und sie sind sozusagen meine liebsten „Detektiv-Werkzeuge“. Ihre Ergebnisse sind wie die fehlenden Puzzleteile: Zusammen mit deiner klinischen Vorgeschichte, deinen Symptomen, deinen bisherigen Laborwerten, Zyklusproblematik, IVF- oder ICSI-Ergebnissen, allem, was du und dein Partner mitbringen – fügen sie sich zu einem klaren Bild zusammen. Erst dann werden die tatsächlichen Hürden sichtbar. Test don’t guess – statt weiter zu raten, schauen wir gemeinsam genau hin.
Diese Instrumente sind das Handwerkszeug für Schritt 1 meiner TFC-Methode – „Verstehen“. Erst wenn klar ist, was deine Fruchtbarkeit blockiert, wissen wir, was verändert werden sollte.
Der Test ist nicht die Antwort – er ist der Anfang
Kein einzelner Test „löst“ deinen Kinderwunsch. Genetische Veranlagungen zum Beispiel verursachen allein selten Probleme. Es ist immer das Zusammenspiel aus Genetik, Lebensstil, Ernährung, Stress und Umwelt. Der Wert dieser Tests entsteht dort, wo jemand die Puzzleteile zusammenfügt, einordnet und daraus deine individuelle Roadmap baut. Genau das ist meine Aufgabe.
Gemeinsam entscheiden wir, welche Tools und Tests für euch sinnvoll sind und was euch wirklich weiterbringt.
1. Basisarbeit: Zyklusmonitoring
Das klingt vielleicht langweilig und basic, aber es ist die absolut wichtigste Grundlage überhaupt! Nur wenn du deinen Zyklus wirklich kennst, spürst du Unstimmigkeiten auf, lernst deinen Körper und die Zeichen deiner fruchtbaren Phase besser kennen und findest später den richtigen Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr. Ein weiterer großer Vorteil: Diese Tools messen kontinuierlich, in Echtzeit und mit sehr guter Präzision. Wenn wir also etwas verändern, sehen wir direkt in deinen Daten, ob und wie dein Körper reagiert. So wird aus reinen Vermutungen ein echtes Monitoring.
Mira ist ein Hormon-Monitor für zu Hause. Anders als ein einfacher Ovulationstest liefert er echte, messbare Hormonwerte im Urin. So entsteht über den Zyklus hinweg ein klares Bild deiner ganz persönlichen Hormonkurven.
Was er misst: vier zentrale Fruchtbarkeitshormone bzw. ihre Marker im Urin:
- LH: ist unter anderem wichtig für das Auslösen deines Eisprungs
- E3G: ein Östrogenmetabolit – sollte zB in der ersten Hälfte des Zyklus dominant sein.
- PdG: ein Progesteronmetabolit – bestätigt, dass tatsächlich ein Eisprung stattgefunden hat, und zeigt, ob deine Gelbkörperphase die Einnistung tragen kann.
- FSH: gibt im Verlauf Hinweise auf deine Eierstockfunktion
Warum für deinen Kinderwunsch: Mira macht schwarz auf weiß sichtbar, ob und wann du wirklich einen Eisprung hast – denn ein LH-Anstieg allein ist noch kein Beweis: Erst der PdG-Anstieg bestätigt, dass es wirklich zum Eisprung kam. Genau hier werden Unstimmigkeiten sichtbar, die sonst verborgen bleiben: ein späterer Eisprung als gedacht, ein LH-Anstieg ganz ohne Eisprung, eine kurze oder schwache Gelbkörperphase oder ein zu geringer Östrogenaufbau. Und weil Mira kontinuierlich misst, sehen wir in Echtzeit, ob dein Körper auf Veränderungen positiv reagiert.
Die Messung der basalen Körpertemperatur ist beim Kinderwunsch das A und O: Sie ist ein direkter Spiegel deiner Hormone und sogar deiner allgemeinen Gesundheit. Das Problem: Mit einem herkömmlichen Thermometer ist die Messung sehr ungenau und an strenge Regeln gebunden: jeden Morgen zur exakt gleichen Zeit, direkt nach dem Aufwachen, noch vor dem ersten Aufstehen und nach mehreren Stunden ruhigem Schlaf. Für die meisten Frauen ist das im Alltag kaum durchzuhalten und wird deshalb schnell wieder aufgegeben. Genau hier ist TempDrop so genial einfach: ein Armband, das all das von selbst und super genau misst… morgens einfach synchronisieren und aufwachen wann du magst.
Warum die basale Temp für deinen Kinderwunsch so wichtig ist: Wir können aus deiner Temperaturkurve relativ genau ablesen, was in beiden Zyklushälften – vor und nach dem Eisprung – passiert. Hier ein Beispiel für dich: In einem gesunden Zyklus ist die Temperatur in der ersten Hälfte eher niedrig und steigt nach dem Eisprung deutlich an (getrieben von Progesteron). Falls dieses Muster anders sein sollte, lassen sich wichtige Schlüsse ziehen. Am bekanntesten ist eine zu kurze Gelbkörperphase, die häufig mit zu wenig Progesteron und einer schwächeren Eizellqualität zusammenhängt. Maßnahmen wie Ernährungs- und Lifestyle-Umstellungen oder bestimmte Supplemente spiegeln sich fast immer sehr schnell in den Temperaturkurven wider und geben uns so wertvolles Feedback.
2. Darm & Mikrobiom
„If your gut isn’t happy, your hormones won’t be either.“
Es klingt überraschend. Fruchtbarkeit beginnt im Darm. Dein Darm und sein Mikrobiom sind das Fundament, auf dem so vieles aufbaut. Sie beeinflussen praktisch jeden Schritt: deinen Hormonhaushalt, deinen Zyklus und Eisprung, die Eizellqualität, die Einnistung bis hin zu einer gesunden Schwangerschaft. Und sogar wie du Stress wahrnimmst bzw. damit umgehen kannst wird über den Darm gesteuert.
Konkret entscheidet dein Darm zum Beispiel mit über:
- deinen Östrogenstoffwechsel – über das sogenannte Estrobolom, jene Darmbakterien, die Östrogen verarbeiten. Gerät es aus dem Gleichgewicht, verschiebt sich dein Östrogenabbau in eine ungünstige Richtung – etwas, das wir später auch im DUTCH-Test sehen können.
- stille Entzündungen und oxidativen Stress – Prozesse, die oft im Darm ihren Ursprung haben und ein ungünstiges Umfeld für Zyklus, Eizellqualität und Einnistung schaffen.
- deine Nährstoffversorgung – nur ein gesunder Darm bringt Folat, B-Vitamine, Eisen und Zink dorthin, wo dein Körper sie für Eizellreifung und Schwangerschaft braucht.
- deinen Blutzucker und deine Hormonbalance – eng verknüpft mit Themen wie PCOS, Zyklusstörungen und Eizellqualität.
„Heal the gut, heal the root – not just the symptoms.“
Das Wichtigste dabei: Du musst dafür keine Magen-Darm-Beschwerden haben. Auch ganz ohne Blähungen oder Verdauungsprobleme kann im Darm einiges im Argen liegen – ein klassischer blinder Fleck der Kinderwunsch-Diagnostik. Genau deshalb schauen wir hier gezielt hin.
Die Tests schauen gezielt die Zusammensetzung deines Darmmikrobioms an – inklusive Hefen und Pilze und Parasiten. Gibt es Hinweise auf Mikroben, die häufig mit Autoimmunerkrankungen oder chronischen Entzündungen in Verbindung stehen, oder zu einer Verstopfung führen könnten? Wie sieht die Verdauungsleistung (zB Fettverdauung), pH-Wert, lokale Antikörper usw. aus? Ziel ist es herauszufinden, wie gut dein Darm wirklich die Nahrung verdauen kann und ob es Optimierungsbedarf gibt.
Dein Mikrobiom hört nicht im Darm auf: Was du isst und wie es deinem Darm geht, beeinflusst unter anderem direkt deine Vaginalflora. Und die spielt fürs Schwangerwerden eine viel zu oft übersehene Rolle. Dieses, zusammen mit dem Mikrobiom in der Gebärmutter, ist ein noch junges, aber sehr vielversprechendes Forschungsfeld.
Was er misst: die Zusammensetzung deiner Vaginalflora – ob schützende Laktobazillen dominieren oder ob eine Dysbiose (Ungleichgewicht) vorliegt. Anders als im Darm, wo Vielfalt erwünscht ist, gilt hier: Ein gesundes Mikrobiom ist wenig divers und klar von Laktobazillen bestimmt.
Wichtig für deinen Kinderwunsch: Laktobazillen bilden Milchsäure und halten das Milieu leicht sauer – das schützt vor störenden Keimen. Sinkt ihr Anteil (Dysbiose, z. B. eine bakterielle Vaginose mit Gardnerella), sinkt auch die Chance auf eine erfolgreiche Einnistung; gerade Lactobacillus crispatus ist mit höheren Schwangerschaftsraten und weniger Fehlgeburten verbunden. Auch bei wiederkehrenden Fehlgeburten finden sich häufig stille vaginale Infektionen. Das Entscheidende: Frauenarzt und Kinderwunschklinik testen normalerweise nur auf einzelne Erreger wie Chlamydien, Gonokokken oder Mykoplasmen – nicht auf das Gleichgewicht deines gesamten Mikrobioms. Genau diese Ebene schauen wir uns an. Besonders wertvoll ist das vor einer IVF/ICSI oder wenn Einnistungen bisher nicht geklappt haben. (Und über die Geburt gibst du dieses Mikrobiom an dein Baby weiter – eine wichtige Grundlage für sein Immunsystem.)
Noch eine Ebene tiefer: das endometriale Mikrobiom
Selbst deine Gebärmutterschleimhaut (das Endometrium) trägt ein eigenes Mikrobiom – und auch hier ist eine von Laktobazillen dominierte Balance günstig. Ist sie gestört (eine sogenannte chronische Endometritis), kann das die Einnistung deutlich erschweren: Betroffen sind bis zu 30 % der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch – und bis zu 66 %, wenn Einnistungen wiederholt scheitern oder es zu wiederholten Fehlgeburten kommt. Das Tückische: Diese Veränderung macht keinerlei Symptome. Untersucht wird das endometriale Mikrobiom in der Regel im Rahmen einer reproduktionsmedizinischen Behandlung (z. B. mit Tests wie EMMA/ALICE).
Dieser Bereich hängt eng mit deiner Darmgesundheit zusammen. Unerkannte Lebensmittelunverträglichkeiten und eine angegriffene Darmbarriere können deine Fruchtbarkeit gleich auf vielfache Weise maßgeblich beeinflussen.
Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel führen dazu, dass dein Immunsystem ständig in Alarmbereitschaft ist. Dieses ständige Triggern des Immunsystems kann verhindern, dass eine Immuntoleranz entsteht, die für die Einnistung der befruchteten Eizelle nötig ist. Weiterhin zieht die dadurch entstandene stille chronische Entzündung viele Nährstoffe ab, die dann für die Eizellqualität und die Reifung deiner Eizellen fehlen. Das sind nur Beispiele – Lebensmittelunverträglichkeiten und eine kompromittierte Darmbarriere wirken sich auf ganz vielfältige Weise auf deine Fruchtbarkeit aus.
Wichtig zu wissen: Lebensmittelunverträglichkeiten sind keine klassische Allergie, sondern eine stille, verzögerte Reaktion – oft ausgerechnet auf Lebensmittel, die du regelmäßig und gern isst. Genau deshalb bleibt sie meist lange unentdeckt.
Was er misst: je nach Umfang rund 136 bis 176 Lebensmittel – und zwar nicht nur klassische Antikörper (IgG), auch die Entstehung von Komplementen (Cd3 Komplexe), die letztendlich viel ausschlaggebend sind. Zusätzlich schaut der Test sehr ausführlich auf den Zustand deiner Darmbarriere und zeigt, ob möglicherweise ein „Leaky Gut“ und zu welchem Grad vorliegt.
3. Hormone, Entgiftung & Stress
Während Mira und TempDrop deinen Zyklus im Verlauf abbilden, geht der DUTCH-Test in die Tiefe. Der DUTCH – bzw. der noch ausführlichere DUTCH Plus – liefert außergewöhnlich viele Informationen zu Bereichen, die für deine Fruchtbarkeit hochrelevant sind, und blickt genau unter die Oberfläche – dorthin, wo bei „ungeklärter“ Unfruchtbarkeit oft die eigentlichen Ursachen liegen.
Was er misst: ein umfassendes Bild deiner Hormone und ihres Metabolismus. Unter anderem Östrogene, Progesterone und Androgene, dazu deinen Cortisol-Tagesverlauf, dein Melatonin und Marker für oxidativen Stress.
Warum für deinen Kinderwunsch: Der DUTCH zeigt nicht nur, wie hoch deine Hormone sind, welche Präferenzen er hat, sondern wie dein Körper sie verstoffwechselt und abbaut – das liefert ein normales Blutbild nicht. So werden Muster sichtbar, die deine Fruchtbarkeit im Verborgenen ausbremsen können.
Deine Hormone und ihr Abbau: Der Test zeigt nicht nur, wie viel Östrogen du hast, sondern auch, in welcher Form dein Körper es abbaut. Manche Abbauwege sind günstig, andere weniger. Läuft die Entgiftung nicht optimal, kann es zu einer Östrogendominanz kommen und/oder Metaboliten entstehen, die die (Ei)Zellen schädigen (durch erhöhten oxidativen Stress). Auch deine Progesterone und deine Androgene (männliche Hormone) werden im Detail sichtbar.
Cortisol & Cortison: Cortisol ist dein wichtigstes Stresshormon – und es kann sowohl zu hoch als auch zu niedrig sein; beides ist für den Kinderwunsch relevant. Chronischer Stress bringt die feine Steuerung deiner Fortpflanzungshormone durcheinander und kann Eisprung, Zyklus und Einnistung ausbremsen. Der DUTCH (Plus) macht deinen Cortisol-Tagesverlauf sichtbar, sodass wir genau wissen, was zu tun ist.
Melatonin: Melatonin ist weit mehr als dein Schlafhormon: Es ist einer der wichtigsten „Zellschützer“ für die Eizelle. Ein niedriger Melatoninspiegel wird mit geringerer Eizellqualität und Einnistungschancen in Verbindung gebracht. Wenn der Wert zu niedrig ist, ist die Schlafoptimierung beispielsweise eine der Top-Prioritäten.
Weitere Marker, z. B. 8-OHdG: Darüber hinaus liefert der DUTCH weitere wichtige Marker – etwa 8-OHdG, einen Marker für oxidativen Stress und DNA-Schädigung. Da oxidativer Stress Ei- und Samenzellen direkt schädigen kann, zeigt dieser Wert, wo dein Körper mehr Schutz braucht.
4. Deine Gene (Nutrigenomik & Epigenetik)
Nutrigenomik und auch die Epigenetik untersuchen, wie Ernährung und Lebensstil deine Gene beeinflussen: Welche Teile deiner DNA werden ein- oder ausgeschaltet? Kleine genetische Besonderheiten (SNPs, z. B. an MTHFR, PEMT oder VDR) können mitentscheiden, wie gut du bestimmte Nährstoffe verwertest oder ob du möglicherweise besonders viel von bestimmten Nährstoffen brauchst. Das Schöne daran: Deine Gene sind kein Urteil – sie zeigen uns, wo dein Körper besonders viel Unterstützung braucht. Ein sehr gutes Beispiel sind Menschen, die wenig Fleisch essen oder sich vegan oder vegetarisch ernähren. Liegen hier bestimmte Polymorphismen (SNPs) in der Genetik vor, sollten sie entweder mehr Fleisch essen, oder es muss sehr gezielt supplementiert werden, um bestimmte B-Vitamine und das aktive Vitamin A genügend zur Verfügung zu stellen, da diese absolut essentiell für die Fruchtbarkeit sind.
Je nach deiner Situation arbeite ich mit verschiedenen Tests. Dazu gehören zB.:
Dein nächster Schritt
Diese Tools & Tests sind der erste Schritt, um endlich zu verstehen, was dir im Weg steht. Und ja, sie sind nicht billig und ja, es scheint erst einmal sehr viel zu sein. Aber: Wenn wir „alle Karten auf den Tisch legen“ können wir viel besser sehen, wie groß der Handlungsbedarf ist (d.h. was getan werden muss), und vor allem auch wie lange es dauern wird, dich bzw. euch optimal auf eine Schwangerschaft vorzubereiten.
Wenn du mehr über die Tests und Tools erfahren möchtest, buch dir gerne ein kostenloses Kennenlerngespräch.
Mehr dazu, wie diese Tests in meinen Gesamtansatz eingebettet sind, findest du bei meiner TFC-Methode → Verstehen · Verändern · Vorbereiten.